Moin am zweiten Mittwoch!

Exkurs nach Chicago: Regeln des Saul Alinskys für Radikale

Saul Alinsky
Saul Alinsky
Heute mal aus aktuellem Anlass die zwölf Regeln für Radikale des Gewerkschafters und Bürgerrechtlers Saul Alinsky, neu übersetzt. Nach Alinskys Regeln wurde Obamas erster Wahlkampf („yes we can“, dt. „wir schaffen das“) organisiert und Hillary Clinton hat – noch als Hillary Rodham– 1969 ihre Bachelor-Arbeit über Alinsky geschrieben, 3 Jahre vor Alinskys Tod und nach einem Treffen -ausgerechnet in einer leeren Kirche- mit ihrem politischen Ideengeber. Exkurs vom Exkurs: wer Zeit hat, sollte Upton Sinclair lesen: „Der Dschungel“, zwar hundert Jahre alt, aber seit den Panama Papers aktuell wie nie.

english deutsch
RULE 1: “Power is not only what you have, but what the enemy thinks you have.
Power is derived from 2 main sources – money and people. “Have-Nots” must build power from flesh and blood. (These are two things of which there is a plentiful supply. Government and corporations always have a difficult time appealing to people, and usually do so almost exclusively with economic arguments.)
REGEL 1: „Macht ist nicht nur etwas, was du hast, sondern auch was der Gegner denkt, was du hast.
Macht hat zwei Quellen: Geld und Menschen. Habenichts erreichen Macht nur durch Fleisch und Blut. Von beidem (Geld und Menschen) gibt es unerschöpflichen Vorrat. Regierungen und Firmen tuen sich schwer darin, sich an Menschen zu wenden und wenn, dann fast ausschließlich mit ökonomischen Argumenten.
* RULE 2: “Never go outside the expertise of your people.
It results in confusion, fear and retreat. Feeling secure adds to the backbone of anyone. (Organizations under attack wonder why radicals don’t address the “real” issues. This is why. They avoid things with which they have no knowledge.)
REGEL 2: „Beweg dich nicht außerhalb des Sachverstands Deiner Leute.
Das erzeugt Verwirrung, Angst und Rückzug. Sich sicher zu fühlen, verbreitert jedes Rückrat. (Angegriffene Institutionen wundern sich, warum Radikale niemals „echte“ Probleme angehen. Dies ist der Grund. Radikale vermeiden Dinge bei denen kein Sachverstand Sicherheit gibt).
* RULE 3: “Whenever possible, go outside the expertise of the enemy.
Look for ways to increase insecurity, anxiety and uncertainty. (This happens all the time. Watch how many organizations under attack are blind-sided by seemingly irrelevant arguments that they are then forced to address.)
REGEL 3: „Wo immer möglich, bewege Dich außerhalb des Sachverstands des Gegners.
Suche nach Wegen, welche die Unsicherheit, Sorgen und Ungewissheit des Gegners vergrößern. (Kann man häufig beobachten. Achte mal drauf, wieviele attackierte Organisationen überrumpelt werden durch scheinbar irrelevante Argumente, zu denen sie aber gezwungen sind, Stellung zu beziehen.)
* RULE 4: “Make the enemy live up to its own book of rules.
If the rule is that every letter gets a reply, send 30,000 letters. You can kill them with this because no one can possibly obey all of their own rules. (This is a serious rule. The besieged entity’s very credibility and reputation is at stake, because if activists catch it lying or not living up to its commitments, they can continue to chip away at the damage.)
REGEL 4: „Beachte wie und welche Regeln der Feind beachtet.
Ist es die Regel, dass jeder Brief beantwortet werden muss, schicke 30.000 Briefe. Damit kannst Du Kolosse zu Fall bringen, weil niemand alle Regeln komplett beachten kann. (Dies ist eine wichtige Regel. Die Reputation und Glaubwürdigkeit derart überschütteter Institution stehen auf dem Spiel, wenn man sie beim Lügen erwischt oder sie die eigenen Regeln verletzen. Große Kolosse kann man so in Schrott verwandeln.)
* RULE 5: “Ridicule is man’s most potent weapon.
There is no defense. It’s irrational. It’s infuriating. It also works as a key pressure point to force the enemy into concessions. (Pretty crude, rude and mean, huh? They want to create anger and fear.)
REGEL 5: „Spott ist die mächtigste Waffe.
Gegen Spott gibts keine Rettung. Spott ist irrational. Er ist zum Verzweifeln. Spott funktioniert wie ein fokusierter Brennstrahl, der häufig den Gegner zu Konzessionen zwingt. (Ganz schön unfein, brutal und gemein, was? Sie verbreiten Angst und Schrecken mit Witzen).
* RULE 6: “A good tactic is one your people enjoy.
They’ll keep doing it without urging and come back to do more. They’re doing their thing, and will even suggest better ones. (Radical activists, in this sense, are no different that any other human being. We all avoid “un-fun” activities, and but we revel at and enjoy the ones that work and bring results.)
REGEL 6: „Eine gute Taktik ist eine die, welche Deine Leute lieben.
Niemand wird gezwungen und alle kommen wieder, weils Spaß macht. Jeder macht sein Ding und zu allem Überfluß kommen noch Verbesserungsvorschläge. (Radikale Aktivisten sind auch nur Menschen. Jeder vermeidet -wenns geht- unnötige unlustige Mühen, aber Arbeit, die Spaß macht, ist keine, besonders wenn es funktioniert und Resultate zeitigt.)
* RULE 7: “A tactic that drags on too long becomes a drag.
Don’t become old news. (Even radical activists get bored. So to keep them excited and involved, organizers are constantly coming up with new tactics.)
REGEL 7: „Eine Taktik, die zu lange ausbremst, wird selbst zur Bremse.
Werde nicht zur Nachricht von gestern. (Selbst radikale Aktivisten langweilen sich dann. Liebe die Überraschung, die Aufregung und die Einbindung. Community Organizers kommen immer wieder mit neuer Taktik.)
* RULE 8: “Keep the pressure on. Never let up.
Keep trying new things to keep the opposition off balance. As the opposition masters one approach, hit them from the flank with something new. (Attack, attack, attack from all sides, never giving the reeling organization a chance to rest, regroup, recover and re-strategize.)
REGEL 8: „Halte den Druck aufrecht. Laß nicht locker.
Probier immer neue Sachen aus, um die Gegner im Ungleichgewicht zu halten. Wenn sie einen Ansatz beherrschen, komm von der Seite mit was ganz anderem. (Angriff, Angriff, Angriff von allen Seiten, gerät die gegnerische Institution in schweres Wasser, gibt ihr keine Chance zur Reorganisation, reorganisiere selbst, komm wieder zu Kraften und ändere die Strategie.)
* RULE 9: “The threat is usually more terrifying than the thing itself.
Imagination and ego can dream up many more consequences than any activist. (Perception is reality. Large organizations always prepare a worst-case scenario, something that may be furthest from the activists’ minds. The upshot is that the organization will expend enormous time and energy, creating in its own collective mind the direst of conclusions. The possibilities can easily poison the mind and result in demoralization.)
REGEL 9: „Die Drohung ist meist erschröcklicher, als die Umsetzung der Drohung.“ (Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.)
(Alb)träume, Horrorvorstellungen kombiniert mit Pascha-Egos können mehr Resultate bringen, als jeder Aktivist. (Vorstellung kann Realität sein. Große Institutionen bereiten sich immer auf worst-case-Szenarien vor, manchmal sind die viel weitgehender, als sich die AktivistIn vorstellt. Das Result ist, dass die Institution riesige Mengen an Zeit und Energie bereitstellen muss, nur für imaginierte Sachzänge. Imaginierte Eventualitäten können Kolosse um den Verstand bringen und zu Entmutigung führen.)
* RULE 10: “If you push a negative hard enough, it will push through and become a positive.
Violence from the other side can win the public to your side because the public sympathizes with the underdog. (Unions used this tactic. Peaceful [albeit loud] demonstrations during the heyday of unions in the early to mid-20th Century incurred management’s wrath, often in the form of violence that eventually brought public sympathy to their side.)
REGEL 10: „Wenn Du das Negative entschieden genug boxt, boxt es zurück und steht als Angreifer da.
Gewalt der anderen Seite, kann die Öffentlichkeit auf Deine Seite bringen, weil die Öffentlichkeit mit dem Unterdrückten sympathisiert. (Gewerkschaften nutzen dieses Taktik. Friedliche (wenn auch laute) Demonstrationen zu den Hoch-Zeiten von(US-amerikanischen)  Gewerkschaften in der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts zogen sich oft den Zorn von Managern zu, die mit Gewalt reagierten, was wiederum die Öffentlichkeit auf die Seite der Gewerkschaften brachte.)
* RULE 11: “The price of a successful attack is a constructive alternative.
Never let the enemy score points because you’re caught without a solution to the problem. (Old saw: If you’re not part of the solution, you’re part of the problem. Activist organizations have an agenda, and their strategy is to hold a place at the table, to be given a forum to wield their power. So, they have to have a compromise solution.)
REGEL 11: „Der wirkliche Aufwand für einen erfolgreichen Angriff ist der für eine konstruktive Alternative.
Niemals lass den Gegner dadurch Punkte sammeln, weil du keine Lösung für ein Problem hast. (Geflügeltes Wort: Wenn Du nicht Teil der Lösung bist, bist Du Teil des Problems. Organisierte Aktivisten haben ein Programm, ihre Strategie ist, den Platz zu verteidigen, einen Ort zu bekommen, der mit Macht verbunden ist. Sie brauchen also immer einen Ausgleich und Kompromiß als Hintertür. )
* RULE 12: “Pick the target, freeze it, personalize it, and polarize it.
Cut off the support network and isolate the target from sympathy. Go after people and not institutions; people hurt faster than institutions. (This is cruel, but very effective. Direct, personalized criticism and ridicule works.)
REGEL 12: „Such Dir ein Ziel, heb es auf das Trapez, personalisiere es und polarisiere damit.
Trenne den Gegner von seinem Unterstützernetzwerk, trenne es von Sympthie. Kümmere Dich um Menschen, nicht um Institutionen; Menschen sind schneller verletzt, als Institutionen. (Dies ist gemein, aber sehr effektiv. Direkte, persönliche Kritik und Verspottung funktionieren.)

Moin am zweiten Montag!

Neuer Raum, neues Glück. Zwei Kurse werden koordinatorisch zusammengelegt. Viele verlassen die Kurse, und es kamen zu wenig zu den Kursen.

Kleine Vorstellungsrunde. Allgemeinpolitischer Diskurs und Diskussion über Autos, Nachhaltigkeit sowie Pausen.

Vorschläge für Dienstag:
* Zuschüsse für Existenzgründung
* Bildugsprämien
* Einstiegsbeihilfen (Beispiel Brandenburg Exist.)

Moin am Freitag!

Neuer Dozent, neues Glück:

Profile:

  • viber
  • vb
  • premium account: xing, researchgate, linked

 

Bewerbungstrends:

  • Bewerbung on the go
  • das öffentliche Profil ist der neue Lebenslauf
  • Online-Bewerbung mit Zusatznutzen
  • lieber ehrlich als weichgespült
  • Gestaltungsspielräume nutzen
  • Geld/Umsatz mitbringen
    • z.B. immatrielle Wirtschaftsgüter(WG), Werte (W)
      • SAB, KfW, ZIM, AIF, ESF, GRW

Namedropping

  • Europäischer Referenzrahmen für Sprachen
  • British Council
  • TOEFL

 

Moin am Mittwoch!

Mittwoch ist Gründerzeit: kleiner Parfoceritte durch die Anfangsgründe des Gründens:

  • Gesellschaftsformen: uG
  • Gründungsberatung: BerlinPartner, IBB, IHK, andere
  • Finanzierung: Bootstrapping, Bundesagentur: Gründungszuschuss, Jobcenter: Entstiegsgeld, Investor, Kredit
  • Kapitalgeber überzeugen mit: Business Plan, Proof of Concept
  • Regeln für Startups:
    • Better done than perfect
    • Fail fast – lern fast
    • Proof of conect: use case/first customer
    • Team
    • Skalierbarkeit
    • Disruption